Millennials bringen Haute Couture ins 21. Jahrhundert

Die Pariser Haute Couture hatte ihren Höhepunkt 1947. Seither ist sowohl die Zahl der Labels als auch jene der Kundinnen gesunken. Mit der Generation der Millennials hat das exklusive Segment eine neue und jüngere Zielgruppe gefunden. Das geht aus einem Artikel der britischen Vogue hervor. Lt. Modemogul Ralph Toledano ist es die Zugänglichkeit via Internet, die dieses Phänomen ermöglicht hat.

Streng kontrollierte Haute Couture

Aktuell sind es 14 Designer in Paris, die sich Haute Couturier nennen dürfen. Zu den jährlich zweimal stattfindenden Laufstegpräsentationen sind zusätzlich vier Korrespondenz-Mitglieder aus dem Ausland und 14 Gastmitglieder zugelassen. Voraussetzung für die Zulassung sind folgende Kriterien:
– Die Fertigung von mindestens 25 Prototypen, die jeweils mindestens ein Fitting erfordern.
– Die Fertigung im eigenen Pariser Atelier mit mindestens 20 vollzeitbeschäftigten Mitarbeitern;
Eine Ausnahme bilden lediglich kleinere Haute Couture Labels. Die Einhaltung der Kriterien kontrolliert die Fédération de la Haute Couture et de la Mode, du Prêt-à-Porter des Couturiers et des Créateurs de Mode. Die Anfertigung eines Haute Couture-Kleidungsstücks kann zwischen 150 und 6000 Arbeitsstunden dauern. Preise variieren zwischen 9000 und 1 Mio. Euro.

Millennials als Haute Couture-Zielgruppe

Die Zahl der Couture-Kunden ist seit 1947 von 20.000 auf 4000 gesunken. Das ist weniger dramatisch als es klingt. Wie Karl Lagerfeld in dem Artikel erklärt, sei der Kauf pro Person von 5 auf 20 bis 40 Stück gestiegen. Ralph Toledano, Modemogul und Präsident der oben genannten Couture-Vereinigung, wird in dem Artikel ebenfalls zitiert. Er beobachtet einen Generationswechsel. Demnach sind es die Millennials, welche die traditionelle Haute Couture-Klientel aktuell erweitert haben.

Haute Couture ist weltweit sichtbar geworden

Millennials sind die zwischen 1982 und 2000 Geborenen und die erste Generation, die mit dem Internet sozialisiert wurde. Toledano führt dieses Phänomen auf die Zugänglichkeit zurück, die das Internet geschaffen hat. Fand Haute Couture traditionell hinter verschlossenen Türen statt, so ist sie im world wide web global sichtbar geworden.

„To keep a hand on the future, brands are learning to ‘talk Millennial’, but they do it without forgetting their ‘mother tongue.“ Ralph Toledano.

Ein Sprecher des Pariser Couture-Hauses Maison Rabih Kayrouz bestätigt diese Beobachtung. Er erklärt, dass etwa 25% der Kunden zwischen 20 und 30 sind und etwa ein Drittel unter 40. Die Front Rows seien gefüllt mit jungen Frauen aus dem mittleren und fernen Osten sowie China und Indien. Es seien Töchter und Frauen von wichtigen Geschäftsmännern, Celebritys, Sängern, Schauspielern, Balletttänzern, Moderedakteuren und Bloggern. Ihre Zahl sei in den vergangenen Jahren signifikant angestiegen.

Beispiel für die neue Generation der Haute Couture-Kundinnen ist Wendy Yu, Tochter des größten chinesischen Produzenten von Holztüren. Sie trägt Haute Couture von Chanel, Dior, Valentino, Viktor & Rolf und Schiaparelli. Die 1988 Geborene gründete 2015 die Mode Investment Gesellschaft Yu Capital. Den Artikel auf Vogue.com lesen.

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Wendy Yu auf einem Foto auf Instagram. (c) Wendy Yu

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