Philosophie

Picture above: Installation by Anna Schwarz

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Diese Bild zeigt eine Installation von Anna Schwarz, einer jungen österreichischen Künstlerin. Das Objekt stellt ein Schnittmuster dar, das notwendig ist, um ein Kleidungsstück zu konstruieren. Das ist die Welt, in der ich als Modeschülerin mit Mode vertraut wurde. Es ging um die Kreation und Produktion von Mode. Es gab auch Modeschauen und wir lernten zwischen der Welt der Konstruktion und der Welt der Präsentation zu unterscheiden. In dieser Terminologie konzentriere ich mich auf die Welt der Produktion, auf die Welt hinter der Welt – für alle jene, die Mode nur von Laufstegen und Fotos kennen.
Die Modeproduktion wurde ausgelagert und findet in westlichen Nationen nicht mehr statt. Das heißt, die Welt der Produktion wurde tatsächlich unsichtbar. Sozial und ökologisch orientierte NGO’s haben das verändert. Ökologische und soziale Probleme in den Niedriglohnländern wurden offenbar und es gibt Bestrebungen,die Produktion wieder in die lokalen Märkte zurückzuholen. Junge Unternehmen beginnen lokal gesourcte Materialien wie Schafwolle zu verwenden und entdecken traditionelle Handwerkstechniken neu. Auf industrieller Ebene soll Nachhaltigkeit durch die Digitalisierung und Prozesse, die unter Industrie 4.0 bekannt sind, gewährleistet werden. Wie Walter Benjamin in seinem berühmten Werk ‚Das Kunstwerk im Zeitalter seiner tecnischen Reproduzierbarkeit’ (1963) feststellte, wurde die Malerei nicht überflüssig, als die Photographie aufkam, aber sie nahm eine neue Wendung. In Anlehnung daran, können wir davon ausgehen, dass sowohl das Handwerk als auch die Automation eine große Zukunft haben werden. Eine aufregende Zeit von Fashion Tech kommt auf uns zu – und die gilt es zu dokumentieren.

english version

This picture shows an installation of the young artist Anna Schwarz. The object represents a pattern which is necessary to construct a garment. This is how I became familiar with fashion as a fashion student. It was about the creation and production of fashion.
We also did runway shows – and learned to distinguish between the world of construction and the world of glamour. In the terminology of the world of production and presentation I deal with the world of production, the world behind the world – for all those who only know fashion on catwalks and on photos.
The fashion production was outsourced and no longer takes place in Western nations. That means the world of production became indeed invisible. I.e. the world of production actually became invisible. Socially and ecologically oriented NGOs have changed this. Environmental and social problems in the low-wage countries have become apparent and efforts are being made to bring production back into local markets. Young companies are starting to use locally sourced materials such as sheep wool and are rediscovering traditional handicraft techniques. On an industrial level sustainability has to be ensured through digitization and processes known as Industry 4.0. To quote Walter Benjamin, the writer of the famous book ‚Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit’ (1963), painting did not become superfluous when photography came up but it took a new turn. Based on this, we can assume that both craftsmanship and automation will have a great future. An exciting time of fashion tech is coming – and it needs to be documented.